| WINDECK - Unter dem in den Stein gemeißelten Konterfei Hüschs ist zu lesen: „Mal bin ich leise, mal bin ich laut, mal bin ich Seele, mal bin ich Haut“. Regierungspräsident Hans-Peter Lindlar und die Frau des verstorbenen Kabarettisten, Chris Rasche-Hüsch, enthüllten den Stein, der vom Eitorfer Bildhauer Rolf Schreuer geschaffen wurde.
Zur Gedenkstunde, die anschließend im Haus des Gastes stattfand, dem Domizil des Matineevereins, konnte Vereins-Vorsitzender Karl-Heinz Dahm neben weiteren Politikern und Bildhauer Giovanni Vetere zahlreiche Freunde und Bekannte Hüschs begrüßen, die Erinnerungen und gemeinsame Erlebnisse austauschten. Zu den besonderen Gästen gehörte zum Beispiel Alexandra Kassen, Mitbegründerin und langjährige Leiterin des Kölner Theaters Senftöpfchen. Auch Lothar Lechleiter, Liedermacher (Schobert & Black) und lange Wegbegleiter Hüschs, kam nach Herchen und trug unter anderem Aesops Fabel „Der Wolf und das Lamm“ vor. Karl Heinz Schmieding, langjähriger Unterhaltungschef des Saarländischen Rundfunks, spielte auf der legendären Orgel Hüschs dessen Lieblingsstück „Das Abendlied“. Und der Schweizer Jürgen von Thome, der heute noch Programme von Hüsch im Theater spielt, bot Ausschnitte.
Udo Scharhorst las Texte von und über den Künstler, der auch als Komponist und Musiker wirkte. Hanns-Dieter Hüsch war und ist der gute Geist dieses Hauses, stellte der Ehrenvorsitzende des Matineevereins Dr. Wolf-Rüdiger Weisbach fest. Der Freund des Kabarettisten war auch dessen Hausarzt und betreute ihn bis zu seinem Tod. Weisbach sprach Hüsch 1992 in seiner Praxis an, doch mal einen Vortrag im Haus des Gastes zu halten. Das tat der denn auch für ein kleines Anerkennungshonorar. Der Windecker Neubürger gab dann den Anstoß für eine feste kulturelle Einrichtung, und so entstand schließlich der Matineeverein.
Mit Hilfe Hüschs gelang es dem jungen Verein, bekannte Kabarettisten an die Sieg zu holen. Schnell konnte er sich dadurch einen Namen machen und wurde weit über die Grenzen des Rhein-Sieg-Kreises hinaus bekannt. Augenzwinkernd meinte Bürgermeister Jürgen Funke, dieser Erfolg sei zu 98 Prozent Hüschs Verdienst und zu zwei Prozent der des Vereins. Das war sicher leicht überzeichnet, denn auch ein kräftiges Engagement im jungen Matineeteam war erforderlich. Eine Ausstellung mit Bildern, die an Hüschs Wirken in Herchen erinnern, wurde gleichzeitig eröffnet. Die Fotos wurden vom Ehrenvorsitzenden Weisbach, Franz Kluwe und Matthias Ludewig zusammengestellt. Schließlich durften sich die Gäste noch auf einem Bild von Hüsch als Macbeth verewigen, das Jürgen Pankarz malte. |